Worin genau besteht Ihre Pflicht als Arbeitgeber?

Vor 90 Jahren lauteten Unfallvorschriften noch so:

"Arbeiter, welche mit Arbeiten beauftragt werden, die ihnen fremd sind, müssen sich zuvor von dem betreffenden Vorgesetzten unterrichten lassen."

Das bedeutete im Klartext, dass der Arbeitnehmer die Pflicht hatte, sich das nötige Wissen zur Vermeidung von Unfällen selbst „abzuholen“. Tat er das nicht, war er selbst schuld.

Diese Zeiten sind mittlerweile vorbei. Nun sind es die Arbeitgeber, die in der Pflicht stehen. So steht zum Beispiel im §4 (A(Abs. 1) der BGV (Berufsgenossenschaftliche Vorschrift) A1:

„Der Unternehmer hat die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, insbesondere über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung…zu unterweisen; die Unterweisung muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens aber einmal jährlich erfolgen; sie muss dokumentiert werden.“

Das Wort „Unterweisen“ darf dabei nicht wörtlich genommen werden. In den diversen Unfallverhütungsvorschriften wird auch des Öfteren von "Unterrichten", "Vertraut machen", "Belehren" oder "Vorschrift erklären" gesprochen.

Was eine Unterweisung ist, und wie sie ablaufen sollte, findet man unter anderem in den „Berufsgenossenschaftlichen Informationen“, die von den Berufsgenossenschaften als Erläuterungen und Hinweise herausgegeben werden. Dort werden Antworten auf die 6 wichtigen W-Fragen gegeben.